(innerer) Herbst – Rapsfeld irgendwo in Winterthur
„Während meiner Lutealphase – meinem inneren Herbst – verspüre ich den Drang, aufzuräumen und mich von dem zu befreien, was mir nicht mehr dient. Es ist eine Zeit des Loslassens, in der das Wasser die Überreste der Vergangenheit wegspült, während ein inneres Feuer Platz für Neues schafft. Diese Phase ist ein kraftvoller Übergang, der die Dualität von Schöpfung und Zerstörung verkörpert – eine heilige Dreifaltigkeit, in der ich zugleich Schöpferin und Zerstörerin bin.
In dieser Jahreszeit fühle ich mich verbunden mit der wilden Frau, jenem Göttinnen-Archetyp, der so lange gezähmt wurde, aber immer in mir weiterlebt. Ich denke an Durga, die wilde Kriegergöttin, die beschützt und zerstört, die göttlichen Zorn gegen Unterdrückung entfesselt, um der Schöpfung Kraft zu verleihen. Ich spüre ihre Gegenwart, ein Echo ihrer Stärke, während ich mich durch meine eigene innere Landschaft bewege. Es ist ein Prozess, das Alte abzubauen, um Platz für das Neue zu schaffen, so wie Durgas Kraft die Unterdrückten befreit und das verwandelt, was wiedergeboren werden muss.
„Jede Phase meines Zyklus bringt ihre eigenen Gaben mit sich: die Verbinderin im Sommer, die Schöpferin im Frühling, die Bewahrerin im Sommer und nun, im Herbst, die Zerstörerin, die den Weg für Neuanfänge frei macht. Der innere Herbst birgt die Energie einer kraftvollen Weiblichkeit, der wilden Frau in mir, die die Schönheit des Endes annimmt, um den nächsten Wachstumszyklus zu stärken.“