(tiefster) Winter – Bachteslspalt, Zürich
„In den letzten Jahren hat sich mein Leben grundlegend verändert. Ich arbeite nicht mehr Vollzeit; statt der üblichen 18 Stunden ist mein Arbeitspensum nun geringer, was zu einem langsameren, bewussteren Lebensrhythmus geführt hat. Diese Veränderung hat nicht nur die Art und Weise verändert, wie ich meine Tage verbringe, sondern auch, wie ich mich dabei fühle.
Vor allem die letzten zwölf Monate haben mir eine neue Verbindung zur Weiblichkeit beschert. Wo ich früher den ständigen Druck verspürte, immer weiter voranzukommen, habe ich nun einen Raum gefunden, in dem Ruhe, Entspannung und ein Gefühl der Geborgenheit möglich sind. Zum ersten Mal kann ich wirklich sagen: „Ich kann mich tatsächlich ausruhen.“ Es gibt Raum zum Innehalten, zum Annehmen, zum einfachen Sein.
In diesem Jahr ging es mir darum, mich auf die Geborgenheit einzulassen und mir zu erlauben, ohne zu zögern anzunehmen. Ich habe geübt, um Hilfe zu bitten, meine Hände auszustrecken, damit das Universum mich auf eine Weise umarmen kann, die ich zuvor nicht für möglich gehalten hätte. Ich finde Ruhe in der Natur – draußen zu sein, mich durch Barfußlaufen zu erden, mich verwurzelt und von der Erde getragen zu fühlen.
Die Natur ist zu einem Ort tiefer Verbundenheit geworden. Es hat etwas Kraftvolles, mit fest auf dem Boden stehenden Füßen da zu stehen, einen Baum zu umarmen und nach oben zu blicken, dabei die Stütze des Bodens unter mir und die Weite über mir zu spüren. Das ist zugleich erdend und befreiend.
„Heute empfinde ich meine Menstruation wie die Wärme eines Mantels, der mich umhüllt, während meine Hände nach der Welt greifen oder die Hand eines anderen halten – diese einfachen Momente schenken mir ein Gefühl von Geborgenheit und Verbundenheit. Ich fühle mich wohler in meiner Haut, nehme meine Weiblichkeit an und finde Freude daran, ganz bei meinem Körper zu sein.“