(tiefster) Winter – Schwägalp, St. Gallen / Appenzell

„Es ist die Zeit meines Zyklus, in der das Bedürfnis nach Schutz zunimmt, ein tiefsitzender Instinkt, das Zerbrechliche in mir zu bewahren. In der Meditation begegne ich mir selbst – einem stillen, unverfälschten Raum.

Äußerlich ein Krieger – kraftvoll, wild, gebieterisch. Doch innerlich? Verletzlich, zart, unverfälscht. Ein Reich, das mit eiserner Entschlossenheit bewacht wird, in dem die Mauern nicht bröckeln dürfen.

Ich stelle mir vor, ich befände mich in einer Blase, einer schimmernden Seifenkugel. Nur für mich – schwebend, unantastbar. Auf einem Pferd, in Rüstung – die Welt sieht darin Stärke. Doch die Oberfläche der Blase ist zerbrechlich, nur einen Nadelstich davon entfernt, zu zerplatzen. Die Wildheit, die ich zeige, dient nicht dem Kampf, sondern der Abgrenzung. Um das zu schützen, was mir gehört – mich selbst. Die Gestalt einer Kriegerin verbirgt die Wahrheit: im Inneren rohes Fleisch, offene Wunden.

„Der Schutz dient nicht nur der Verteidigung, sondern auch der Bewahrung. Denn die stärksten Krieger sind nicht diejenigen, die niemals Gefühle zeigen, sondern diejenigen, die ihre Zärtlichkeit bewahren, während sie sich der Welt stellen.“